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ANNA LEA HUCHT IS THE WINNER OF THE BONN ART AWARD 2015

Die Stadt Bonn fördert mit dem Bonner Kunstpreis Künstlerinnen und Künstler der Region. Preisträgerin des Jahres 2015 ist die 1980 in Bonn geborene, nun in Berlin lebende Zeichnerin und Bildhauerin Anna Lea Hucht. In ihren aquarellierten Zeichnungen entwickelt die Künstlerin ebenso detailgenaue wie rätselhafte Innenräume, in denen Gegenstände und Personen in einer geheimnisvollen Beziehung zueinander stehen.

Man mag hierin Anklänge an den Surrealismus und den magischen Realismus erkennen, doch fehlt dieser Traditionslinie, die, weit gefasst, von de Chirico über Kanoldt bis Klapheck reicht, jene Beimischung von Humor, die in Huchts Papierarbeiten anzutreffen ist. Greifbar wird sie etwa in jener Gruppe afrikanischer Kunstfiguren, die, als ethnologische Zitate, nun ein westliches Wohnzimmer bevölkern. Halb Mensch halb Maskenwesen erinnern sie an Hannah Höchs Collagen der 1920er- Jahre, nur dass der clash of cultures bei Hucht den Status einer skurrilen Selbstverständlichkeit erlangt hat.

Man fragt sich allerdings: „Welche Rituale bürgerlicher oder exotischfremder Natur werden in diesem Raum praktiziert?“ Beantworten lässt sich diese Frage nicht, da Huchts Kompositionen, trotz aller narrativen Ansätze, nie in einer stringenten Bilderzählung münden. Eher ist das Gegenteil der Fall: Ihre ars combinatoria stärkt das einzelne Objekt, das in ihren Werken eine strahlende Präsenz erlangen kann.

So wundert es nicht, dass Hucht seit dem Jahre 2007 auch plastisch arbeitet. Sie gestaltet Objekte, die wie Mutanten aus Vasen und Kopfformen, Wohnzimmerschmuck und präkolumbischen Formzitaten wirken und die anthropomorphe Dingmagie ihrer Zeichnungen ins Dreidimensionale überführen. Damit aber kehrt Hucht die Perspektiven um: Während die Aquarelle und Kohlezeichnungen die erstaunlichsten Kammerspiele darbieten, ruht der Blick der Objekte nun auf uns, was freilich nichts Bedrohliches hat. Eher nähren Huchs erstaunliche Bilder und Plastiken die Sehnsucht, dass Menschen und Dinge nicht für immer im Korsett ihrer Definitionen gefangen sein mögen, sondern uns stets neu und wandelbar entgegentreten.

BONNER KUNSTPREIS IM KUNSTMUSEUM BONN
AUSSCHREIBUNG 2017

Der im Jahr 1985 gegründete BONNER KUNSTPREIS für die Künstlerinnen und Künstler aus der Region wurde für 2009 neu konzipiert und ist seitdem an ein drei- bzw. sechsmonatiges internationales Atelierstipendium gekoppelt.

Er ist 2017 mit 10.000 Euro dotiert und wird im Rhythmus von zwei Jahren vergeben. Aus dem Preisgeld wird der Unterhalt der Künstlerin oder des Künstlers am jeweiligen Stipendienort bestritten. Der BONNER KUNSTPREIS wird zum fünften Mal nach der Neukonzeption in Kooperation mit der in Bonn ansässigen IVG-Stiftung ausgeschrieben. Diese unterstützt in den europäischen Standorten der IVG das für 3 oder 6 Monate vorgesehene Atelierstipendium mit der zusätzlichen Finanzierung einer Atelierwohnung am Stipendienort.

Neben der deutschen Hauptstadt Berlin stehen die folgenden europäischen Metropolen zur Wahl: Amsterdam, Budapest, Brüssel, Helsinki, London, Madrid, Mailand, Paris, Prag, Rom, Stockholm, Warschau oder Wien.

AUSSTELLUNG

Die Ergebnisse des Projektaufenthaltes sollen in eine Ausstellung einfließen, die im Jahr 2018 im Kunstmuseum Bonn stattfindet. Ein Ausstellungskatalog dokumentiert die Ergebnisse.

BEWERBUNG

Bewerben können sich alle Künstler und Künstlerinnen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis sowie diejenigen, die in der Region geboren sind, oder zu Bonn und der Region einen langjährigen, wesentlichen Bezug nachweisen können. Altersmäßige Vorgabe ist die Vollendung des 25. Lebensjahres. Jede Bewerbung muss sich auf eine der oben genannten 14 europäischen Städte beziehen.