JULIA SCHMID IST SIEGERIN DES BONNER KUNSTPREISES 2011
In verschiedenen Malereizyklen zu urbanen und ländlichen Pflanzenbiotopen verknüpft Julia Schmid (*1969; Wuppertal) auf eine hochproduktive Weise Fragen nach topografische Verortung und sozialer Identitätsbildung mit Untersuchungen zu der Struktur des Bildes zwischen Repräsentation und malerischer Autonomie.
Dabei geht dem Akt des Malens eine Phase der Recherche voraus, bei der die Künstlerin auf verschiedenen Stadtspaziergängen die Pflanzen eines bestimmten Wegabschnittes sammelt. Auf der Leinwand findet eine malerische Akkumulation des Gesammelten statt, die durch beigefügte Fotos der Fundzonen sowie in einigen Fällen kartografische Ausschnitte lokal zurück gebunden werden. Dabei setzt die Malerin das Gesehene einerseits ganz präzise um, und beharrt dabei doch immer auf einem malerischen Eigensinn. Wie auf einem Seziertisch werden die Pflanzen auf der strahlend weißen Leinwandfläche ausgebreitet und damit zu Dispositiven eines Verfahrens, das nicht in erster Linie den Index des Fotos bestätigt, sondern wesentlich auf seine eigene malerische Logik pocht.
Das Werk beeindruckt durch die Stringenz, mit der es den Akt der Malerei als einen Prozess vorführt, der die Selbstumkreisung und Selbstprüfung des Mediums mit einer ortspezifischen und gesellschaftsrelevanten Dimension verknüpft und damit im besten Sinne die Zeitgemäßheit des Mediums beweist.
BONNER KUNSTPREIS IM KUNSTMUSEUM BONN
Der im Jahr 1985 gegründete Bonner Kunstpreis für die Künstlerinnen und Künstler aus der Region wurde neu konzipiert und, an ein drei- bzw. sechsmonatiges internationales Atelierstipendium gekoppelt, erstmals für 2009 in der heutigen Form ausgeschrieben. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird im Rhythmus von zwei Jahren vergeben. Aus dem Preisgeld wird der Unterhalt des Künstlers/der Künstlerin am jeweiligen Stipendien-Ort bestritten.
Der Bonner Kunstpreis wird im Rahmen einer Kooperation mit der in Bonn ansässigen IVG-Immobilien GmbH überreicht. Diese unterstützt in ihren europäischen Filialen das für 3 oder 6 Monate vorgesehene Atelierstipendium mit der zusätzlichen Finanzierung einer Atelierwohnung am Stipendien-Ort. Es stehen die deutsche Hauptstadt Berlin ebenso zur Wahl wie die folgenden anderen europäische Städte: Amsterdam, Budapest, Brüssel, Helsinki, London, Madrid, Mailand, Paris, Prag, Rom, Stockholm, Warschau oder Wien.
Die Ergebnisse des Projektaufenthaltes sollen in eine Ausstellung einfließen, die im Kunstmuseum Bonn stattfindet. Ein Ausstellungskatalog dokumentiert die Ergebnisse.



