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Die Planungen für den Neubau des städtischen Kunstmuseums, das bis Anfang der 1990er Jahre seinen Sitz in einem umgebauten Bürotrakt in der Rathausasse hatte,  begannen Anfang der 1980er-Jahre als Teil eines Gesamtkonzepts zur Errichtung von Kulturbauten des Bundes in der damaligen Hauptstadt Bonn. 1985 wurde von der Stadt Bonn ein zweistufiger Hochbauwettbewerb ausgelobt, der 250 Einzelentwürfe hervorbrachte und auch Ideen für die geplante Bundeskunsthalle einbezog. Beide Museen sollten, trotz der unterschiedlichen Träger, ein Ensemble bilden und durch den heute so genannten „Museumsplatz“ miteinander verbunden werden. Auf dem späteren Baufeld des Kunstmuseums stand ein Zollamt des Bundes aus den 1950er-Jahren, das abgerissen und nach Oberkassel (Bonn) verlagert werden musste. Auch eine Freiluft-Umstpannungsanlage von RWE stand dem Vorhaben im Weg, die neugeordnet und komprimiert wurde.

Gebaut wurde das Kunstmuseum Bonn ab 1985 von dem ersten Preisträger des Wettbewerbs, dem Architektenbüro BJSS – Dietrich Bangert, Bernd Jansen, Stefan Scholz, Axel Schultes – und Jürgen Pleuser. Die Archtiektur von Axel Schultes mit ihrem anspruchsvollen „fließenden“ Raumkonzept macht das 1992 eröffnete Haus zu einem Musterbeispiel neuer Museumsarchitektur in Deutschland.

Die eigentliche Sammlungsgeschichte des ursprünglich aus der Privatsammlung Obernier entstandenen Kunstmuseum Bonn begann 1949 mit dem Ankauf des „Türkischen Cafes“ (1014) und dem „Seiltänzer“ (1914) von August Macke. Zusammen mit dem Kreis der Rheinischen Expressionisten und einer kleinen Max-Ernst-Sammlung bildet Macke das Fundament der Sammlung und war auch Grundlage für die Konzentration der Sammlung auf das Medium Malerei. Der jahrelange Status Bonns als Bundeshauptstadt legte es darüber hinaus nahe, diese Sammlungslinie vor allem innerhalb der deutschen Kunst zu verfolgen. So ist innerhalb der letzten sechs Dekaden eine der international wichtigsten Sammlungen zur deutschen Kunst entstanden, wobei von bedeutenden Künstlern und Künstlerinnen jeweils ganze Werkgruppen erworben wurden. Bis in die 1990er-Jahre ist das Museum vordergründig ein Ort für Malerei gewesen, wohingegen sich der Fokus unter den Direktoren Dieter Ronte und Stephan Berg erheblich weitete
und z. B. auch fotografische und installative Positionen einbezog. Der selbst gewählte Anspruch, das eigene Sammlungsprofil stets im Austausch mit internationalen Positionen zu schärfen und jeweils neu zu befragen, drückt sich vor allem in der Wechselausstellungspolitik aus, die bereits unter Dierk Stemmler und Katharina Schmidt und dann verstärkt unter Dieter Ronte den globalen Dialog der Kunst suchte.

Direktoren
Walter Holzhausen 1947–1961
Eberhard Marx 1962–1976
Dierk Stemmler 1977–1985
Katharina Schmidt 1985–1992
Dieter Ronte 1993–2008
Stephan Berg seit 2008

Städtisches Kunstmuseum Bonn, Rathausgasse
Museum Villa Obernier
Präsentation des Architekturkonzepts von Axel Schultes, 1985; Hannelore Kohl, Museumsdirektorin Katharina Schmidt, Bundeskanzler Helmut Kohl, Oberbürgermeister Hans Daniels