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Der Flaneur

Vom Impressionismus bis zur Gegenwart

20.09.2018 - 13.01.2019

Die Ausstellung stellt den ersten umfassend angelegten Versuch dar, das literarisch entwickelte Phänomen des Flaneurs für den Bereich der Bildenden Kunst fruchtbar zu machen. Die Figur des Flaneurs und die Entwicklung der urbanen Metropolen sind eng miteinander verschränkt.  Der Flaneur ist das Auge der Stadt, das auf die Stadt schaut und durch das die Stadt auf sich schaut. Das fließende, schweifende und immer auch distanzierte Sehen des Flaneurs, der ziellos über Straßen und Plätze streift und Eindrücke sammelt, kann nicht nur für das 19. Jahrhundert, sondern gerade auch  für unsere heutige komplexe, urban geprägte Wirklichkeit als adäquate und ästhetisch produktive Wahrnehmungsform begriffen werden. Entsprechend verfolgt die Schau ihr Thema nicht nur aus einer historischen Perspektive, sondern entwickelt es mit zahlreichen Beispielen bis in die Gegenwart.

Werke von Vincent van Gogh und Camille Pissarro, von August Macke, Ernst Ludwig Kirchner und George Grosz zeigen Paris und Berlin als das erste Terrain des Flaneurs. Seit dem frühen 20. Jahrhundert wird auch die Fotografie zu einem zentralen Medium der Erfahrung der Stadt.  In der Gegenwart nutzen Künstler neben den Möglichkeiten der Malerei Film und Audiowalk, um verdichtete und zugleich ephemere Räume der Collage und der Passage zu erzeugen.  Die Ausstellung folgt dem Weg des Flaneurs mit Blick auf verschiedene Themen wie der Einzelne und die Menge, die Welt der Waren, Detail und Panorama, Passanten und Passagen, Straßen und Plätze, digitale Welt.

Zahlreiche internationale und nationale Museen und Privatsammlungen (u.a. Musée d´Orsay, Paris; Tate, London; Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid) unterstützen die Ausstellung mit wichtigen Leihgaben. Die Ausstellung wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes und der Hans Fries-Stiftung, Köln.

Ausgestellte Künstler: Franz Ackermann, Francis Alÿs, Louis Anquetin, Jean Béraud, Brassaï, Koen vand den Broek,  Auguste Chabaud, Lovis Corinth, Koen van den Broek, Gustave Dennery, Robert Doisenau, Max Ernst, Henri Evenepoel, Lyonel Feininger, Rainer Fetting, Lee Friedlander, André Gill, Vincent van Gogh, George Grosz, Werner Heldt, Karl Horst Hödicke, Candida Höfer, Sofia Hultén, André Kertész, Kimsooja, Ernst Ludwig Kirchner, Mark Lewis, Max Liebermann, Luigi Loir, August Macke, Albert Marquet, Ludwig Meidner, Adolf Menzel, Helmut Middendorf, Tod Papageorge , Ludovic Piette, Peter Piller, Camille Pissarro, Sigmar Polke, Franz Radziwill, Anton Räderscheidt, Jean-Francois Raffaëlli, Alexander Roob, Alexander Rodtschenko, Christoph Rütimann, Carl Saltzmann, August Sander, Franz Skarbina, Rudolf Schlichter, Friedrich Seidenstücker, Stephen Shore, Alfred Sisley, Léon Spilliaert, Johanna Steindorf, Otto Steinert, Alfred Stieglitz, Beat Streuli, Thomas Struth, Abel Truchet, Umbo,  Maurice Utrillo, Jeff Wall, Corinne Wasmuht, Garry Winogrand, Gustav Wunderwald

Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 19. September, 19 Uhr

Header oben: Camille Pissarro, Les boulevards extérieurs effets neige, 1879, Öl auf Leinwand, 66 x54 cm; oben rechts: Thomas Struth, Art Institute of Chicago 2, Chicago, 1990, C-Print, 184,1 x 219 cm

Ernst Ludwig Kirchner, Straßenszene, 1926, Aquarell, 37 x 52 cm

Rudolf Schlichter, Hausvogteiplatz, um 1926, Aquarell, 66,5 x 51,5 cm

Helmut Middendorf, City Feeling, 1982, Acryl auf Leinwand, 180 x 220 cm