Kopfbild
facebook logo

RE-VISION

Entdeckungsreisen durch die Neupräsentation der Sammlung

Eine Museumssammlung ist mehr als ein Fundus einzelner Werke. Sie lebt – als vitaler Organismus! – aus den vielfältigen Bezügen und Dialogmöglichkeiten, die die Arbeiten bieten und die einen Museumsbesuch im Idealfall zu einem inspirierenden Erlebnis machen.

Das ist das hohe Ziel, das wir auch mit der fünften Neuhängung der Sammlung seit dem Jahr 2008, die ab dem 26. November zu sehen ist, verfolgen. Natürlich werden unsere Besucher auf einige bekannte Gesichter treffen, wird man auf die ‚Hausheiligen‘ des Kunstmuseums, auf Macke, Beuys, Polke und Palermo stoßen, doch gibt es zugleich viel Neues zu entdecken. Denn wer ist schon mit dem Schaffen des früh verstorbenen Stefan Demary vertraut, der – Dank einer Schenkung aus Familienbesitz – nun einen glänzenden Auftritt neben Arbeiten von Rosemarie Trockel und Sigmar Polke hat? Wer kennt das sinnlich wie konzeptuell reiche Schaffen der Malerin Susanne Paesler, die eine Ausstellungsentdeckung des vergangenen Jahres war? Museen sind – bei allem Respekt vor etablierten Größen – gut beraten, sich auch dem Vergessenen und dem bislang Unentdeckten zu widmen, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und Entdeckungen auf Nebenwegen zu machen. So gewinnt man Profil, so entsteht Identität.

Erwerbungen aus unserem Ankaufsbudget, Ankäufe unseres Fördervereins – der Dank einer breiten Spendenakquise auch den Erwerb von Imi Knoebels fulminanter „Schlacht Nr. 8“ ermöglicht hat – sowie Schenkungen von Künstlern und Sammlern sichern das Profil auf Dauer, doch sind auch ergänzende Leihgaben stets willkommen. Entsprechend freuen wir uns über Sammlungsräume mit Werken von Katharina Grosse und Thomas Scheibitz, Thomas Arnolds, Michael Sailstorfer und Michael Beutler, denn sie steigern die Attraktivität des Hauses in dessen Zentrum – daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern – die  qualitativ hochwertige kommunale Sammlung der Stadt Bonn, die Sammlung des Kunstmuseums steht.

Headerbild (oben): Andreas Schulze, Ohne Titel (Sonnenhimmel), 2002, Kunstmuseum Bonn; © VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: Reni Hansen; rechte Spalte oben: Axel Lieber, Der Sockel des Bildhauers (Wanderschuhe), 2002; © VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: Åke Hedström
Jörg Immendorff, Café Deutschland II, 1978, Foto: Reni Hansen
Susanne Paesler, o.T. (Orchideen), 1999, Lack auf Aluminium, 180 x 150 cm, Erworben 2016, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017