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August Macke

Die Erwerbung der Gemälde "Seiltänzer" und "Türkisches Café" von August Macke im Jahr 1949 bedeutete für das Städtische Kunstmuseum Bonn den Beginn einer professionell und programmatisch angelegten Sammlung. Zugleich wurde ein wesentlicher, bis heute gültiger Schwerpunkt des Museums formuliert. In den folgenden Jahren entstand eine der umfangreichsten Macke-Sammlungen mit Gemälden aus allen Schaffensphasen und einem großen Bestand an Aquarellen und Zeichnungen.

August Macke, 1887 in Meschede geboren, wuchs in Bonn auf und hat hier einen großen Teil seines Lebens verbracht. Macke war aber keineswegs ein regionaler Künstler, sondern an den wichtigsten kulturpolitischen Aktivitäten seiner Zeit beteiligt. In seiner Entwicklung setzte er sich mit den verschiedenen Strömungen seiner Zeit auseinander, besondere Bedeutung gewann die Kunst von Henri Matisse und später Robert Delaunay.

Schon die Zeitgenossen Mackes erkannten die zentrale Qualität der Bilder Mackes, die Farbe, die der Künstler zu einem souveränen Gestaltungs- und Ausdrucksmittel entwickelt hat. Sein Freund Franz Marc schrieb 1914 nach dem frühen Tod Mackes zu Beginn des Ersten Weltkriegs: „Wir Maler wissen gut, dass mit dem Ausscheiden seiner Harmonien die Farbe in der deutschen Kunst um mehrere Tonfolgen verblassen muß und einen stumpferen, trockeneren Klang bekommen wird. Er hat vor uns allen der Farbe den hellsten und reinsten  Klang gegeben, so klar und hell wie sein ganzes Wesen war.“ Aus den Bildern Mackes spricht ein tiefes Vertrauen in die Ordnung der Welt. Diese Ordnung erschloss sich unmittelbar aus dem Sichtbaren, dem sinnlichen Erlebnis der Welt. Einen „Gesang von der Schönheit der Dinge“, nannte Macke seine Kunst, die Gleichnisse für die Harmonie und Einheit des Lebens schaffen sollte.

August Macke, Garten am Thuner See, 1914
August Macke, Stillleben mit Apfelschale und japanischem Fächer, 1912
August Macke, Selbstbildnis mit Hut, 1909
August Macke, Seiltänzer, 1914