Kopfbild
facebook logo

Die Sammlung Wilfried und Gisela Fitting


Im Dezember 2016 schlossen der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft als Träger der Prof. Dr. med. Wilfried und Gisela Fitting Stiftung und die Bundesstadt Bonn als Trägerin des Kunstmuseum Bonn einen Vertrag über die unbefristete Dauerleihgabe der Sammlung von Wilfried und Gisela Fitting an das Kunstmuseum Bonn. 

Die Sammlung umfasst mehr als 200 Werke von 30 Künstlerinnen und Künstlern. Sie zeichnet sich durch umfangreiche Werkgruppen von Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und Druckgrafiken von Max Ernst, Hans Arp, Pablo Picasso, Georges Braque, Hann Trier und Eduardo Chillida aus. Einzelwerke unter anderem von Joan Miró, Henri Matisse, Paul Klee, Alexej von Jawlensky, Meret Oppenheim bis zu David Hockney, Roy Lichtenstein und Antoni Tapiès verdeutlichen die Breite der Sammlung. Zwischen 1907/08 und 1993 entstanden, umfassen die Werke das gesamte 20. Jahrhundert. Die Sammlung stellt einen profunden Beitrag zum Verständnis der Kunst des 20. Jahrhunderts dar, ohne dass sie musealen Sammlungskonzepten folgt.

Gisela Fitting (1918-2004) und Wilfried Fitting (1919-2012) haben aus eigenen Neigungen und einem intensiven qualitätsbewusstem Interesse an der Kunst gesammelt. So entstand seit Ende der 1950er Jahre eine Sammlung der leisen Töne, des oft intimen Formats, eine Sammlung, die der poetischen Erfindungskraft  der Kunst vertraut und deren Werke sich auf die Welt, die Natur und deren Transformation durch die Phantasie beziehen. Die Sammlung war ein gemeinsames Projekt des Ehepaars. Nach dem Tode von Gisela Fitting 2004 wurden keine weiteren Werke mehr erworben.

Früh entschieden Gisela und Wilfried Fitting, dass Ihre Sammlung im Kunstmuseum Bonn ihren dauerhaften Ort finden sollte. Neben der Bedeutung des Kunstmuseum Bonn als Museum der Kunst des 20. Jahrhunderts hat dies auch biografische Gründe. Wilfried Fitting wurde 1919 in Bonn geboren, studierte hier Medizin und begann seine berufliche Laufbahn an der Universität in Bonn, bevor er 1961 an das Evangelische Krankenhaus nach Köln wechselte. Seit dieser Zeit lebte das Ehepaar in Köln. Als Zeichen der Verbundenheit und des Vertrauens schenkte Wilfried Fitting dem Museum 2009 das Aquarell „Von der Liebe in den Dingen“ von Max Ernst.

Im Kunstmuseum Bonn gliedert sich die Sammlung Fitting als bedeutende Erweiterung in die Bestände des Museums ein, vertieft vorhandene Werkgruppen wie die Sammlung von Max Ernst oder bestimmt andere Schwerpunkte  grundlegend neu. In Zukunft werden die von der Prof. Dr. med. Wilfried und Gisela Fitting Stiftung zur Verfügung gestellten Leihgaben wissenschaftlich erforscht und als lebendiger Teil der eigenen Sammlungspräsentation der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Header oben: Max Ernst, L'idole (Detail), 1926, Öl auf Leinwand, 38 x 46 cm Rechts oben: Joan Miró, Femme dans la nuit, 1976, Öl und Bleistift auf Leinwand, 27 x 19 cm
Pablo Picasso, Jaqueline au Chevalet, 1956, Ton, 42 x 42 x 4 cm
Max Ernst, Homme, 1960/1961, Feinsilber, 28 x 12 x 12 cm
Roy Lichtenstein, Untitled (Still Life), 1993, Magna auf Leinwand, 43,5 x 51 cm