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Grafische Sammlung

Bei der Grafik handelt es sich um eine technische Gattungsbeschreibung, die vielfach als eher „minderwertig“ oder „verstaubt“ angesehen wird. Dieses Vorurteil lässt sich für die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts so nicht mehr aufrecht erhalten. Was aber nach wie vor zutrifft ist der Umstand, dass Papierarbeiten und Fotografien aus Gründen des Lichtschutzes nie jahrelang, sondern immer nur zeitweilig ausgestellt werden. Positiv formuliert: Der programmierte Wechsel in der Präsentation der Kunstwerke macht einen wiederholten Besuch im Museum sinnvoll!

Das Kunstmuseum Bonn sammelt Grafik (d.h. Radierungen, Kupferstiche, Siebdrucke etc.), aber auch Zeichnungen und Künstlerbücher mit einer internationalen Ausrichtung und weicht damit von der sonstigen Sammlungsstrategie (Fokus: Deutsche Kunst) ab. Die Sammlung des Hauses umfasst gut 5.000 Blatt, ist also eher klein bis mittelgroß, weist aber einige besondere Leckerbissen auf.

Bedeutende Werkblöcke sind vorhanden im Bereich des Rheinischen Expressionismus, den Künstlerbüchern von Max Ernst, den Multiples und Zeichnungen von Joseph Beuys, Papierarbeiten von Hanne Darboven, Blinky Palermo, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Franz Erhard Walther sowie Druckgrafik von Günther Förg, Eduardo Chillida und der englischen und amerikanischen Pop Art. Im Bereich der zeitgenössischen Kunst ist vor allem auf diverse Positionen der jüngeren Zeichnung sowie die großformatigen Holzdrucke von Gert und Uwe Tobias hinzuweisen.

Silvia Baechli, Ohne Titel, 1991
Gert & Uwe Tobias, Ohne Titel, 2008 © VG Bild-Kunst, Bonn, 2009
Gerhard Richter, Ice 2, 2003
Eduardo Chillida, Kate III, 1972
Gerhard Richter, Haut II (nach einem Motiv von Carsten Nicolai aus der Serie „milch“), 2004