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Max Ernst

Von 1910 bis 1914 studierte der in Brühl bei Köln geborene Max Ernst an der Bonner Universität, er war mit August Macke befreundet und hat an der Ausstellung Rheinischer Expressionisten in Bonn 1913 teilgenommen. Zwar mögen Erfahrungen im Macke-Kreis anregend gewesen sein, den eigenen Weg fand Ernst in den folgenden Jahren, in denen er entscheidend an der Entfaltung des Surrealismus beteiligt war. Der Schwerpunkt der Sammlung der Werke von Max Ernst im Kunstmuseum Bonn wurde 1987 durch die Erwerbung der Sammlung Hans Bolliger geschaffen, die durch eine umfangreiche Auswahl von 101 illustrierten Büchern und 60 druckgraphischen Werken die gesamte Entwicklung der Kunst von Ernst nachvollziehbar macht. Ein Ensemble von fünf Skulpturen, das die Bundesrepublik Deutschland dem Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung stellte, setzt einen weiteren bedeutenden Akzent. Bereits 1952 erwarb das Museum das kleine Gemälde Grätenwald von 1926.

Ernsts Bilder sind Schöpfungen einer grenzenlos scheinenden, dabei sehr präzisen Phantasie. Um diese Phantasie anzuregen, war Ernst immer auf der Suche nach neuen künstlerischen Techniken. Gerade in der Druckgraphik und den illustrierten Büchern hat Ernst eine Fülle unterschiedlicher Methoden der Bilderzeugung angewandt, die Frottage in der Histoire naturelle (1925) in der er eine andere, noch ungeschriebene Geschichte der Natur erfand, die Collage in La femme 100 tetes (1929) und Une semaine de bonté ou Les 7 éléments capitaux (1934), für die er Vorlagen aus Büchern und Zeitschriften des späten 19. Jahrhunderts ausschnitt und neu kombinierte. Noch im späten Kosmos der Maximiliana von 1964 finden sich vielfältige Farb- und Formexperimente. 

Max Ernst, Grätenwald, 1926
© VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Max Ernst, La femme 100 têtes, 1929
© VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Max Ernst, Historie naturelle, 1926
© VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Max Ernst, Mon ami Pierrot, 1970
© VG Bild-Kunst, Bonn 2014