Maik und Dirk Löbbert – Grünes Licht

2022 feiert das Kunstmuseum Bonn sein 30-jähriges Jubiläum an der Museumsmeile. Passend zu diesem Anlass verwandeln die Künstler Maik und Dirk Löbbert das Museum für die Dauer von sechs Wochen in eine grün leuchtende Lichtskulptur. Dafür werden in einer mehrtägigen Aktion die weit über 100 Downlights im Außenbereich des Hauses mit grünen Folien unterlegt. Mit diesem einfachen Eingriff wird aus einer Außenbeleuchtung, die vor allem der nächtlichen Orientierung von Passant:innen dient, ein magisches Lichtereignis, das nunmehr vor allem das Gebäude selbst in den Mittelpunkt stellt, und in seinem grün schimmernden Lichtkleid die weithin gerühmte Architektur von Axel Schultes neu erlebbar macht.

Bereits seit Mitte der 1980er Jahre arbeiten Maik und Dirk Löbbert in ihren oft architekturbezogenen Arbeiten daran, mit möglichst minimalen Mitteln unsere alltägliche Wahrnehmung herauszufordern. Beispielhaft deutlich wurde das bereits in ihrem ersten gemeinsamen Projekt Anonym (1985). Damals arrangierten die Löbberts Sperrmüllobjekte aus Kölns Straßen kurz vor ihrer Abholung zu passageren skulpturalen Arrangements, die fotografiert und dann ihrem Schicksal überlassen wurden. Diese Haltung, in der der Prozess und der damit verbundene subtile Perspektivwechsel wichtiger ist als ein finales Ergebnis, gilt auch für Grünes Licht. Die Künstler, die im Lauf der letzten 30 Jahre bereits häufiger mit der Farbe Grün gearbeitet haben (u.a. in Wien, Shanghai, Frankfurt und Düsseldorf) verstehen ihre temporäre Intervention einerseits „als Zeichen der Anerkennung für die bisherige erfolgreiche Arbeit des Museums, wie auch als ein positives Signal für seine Zukunft und weitere Entwicklung“. Zugleich thematisieren sie mit ihrer Lichtinstallation auch „die Hoffnung auf eine Zukunft, in der wieder uneingeschränktes gesellschaftliches Leben möglich ist. Eine Post-Covid-Zeit ohne Verbote, Lockdowns und Kontaktsperren, nach der wir uns sehnen und die auch für die Kunst und Kultur (über)lebensnotwendig ist“.
Grünes Licht ist insofern auf ganz verschiedenen Ebenen erlebbar: als Anerkennung für die Arbeit des Hauses, als Plädoyer für unbegrenzte Bewegungsfreiheit und die Freiheit der Kunst, und nicht zuletzt als Instrument, um unsere Wirklichkeit immer wieder in einem anderen Licht zu sehen.

Maik (*1958 Gelsenkirchen) und Dirk (*1960 geboren in Wattenscheid) Löbbert realisierten seit 1987 zahlreiche Einzelausstellungen, Ausstellungsbeteiligungen und Projekte im öffentlichen Raum im In- und Ausland, u. a. in der Villa Romana in Florenz, dem Palais des Beaux-Arts in Brüssel, der Kunsthalle Hamburg, dem Museum Ludwig in Köln, der Kunsthalle Düsseldorf und der Schirn Kunsthalle in Frankfurt. Seit 2001 haben die Brüder eine gemeinsame Professur für Bildhauerei und Kunst im öffentlichen Raum an der Kunstakademie Münster. Maik und Dirk Löbbert leben und arbeiten in Köln und Münster.

Mit freundlicher Unterstützung durch Rolf Clement, Bonn

Kunstmuseum Bonn, Foto: David Ertl
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