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Konservierungsprojekt Michael Buthe


Sie können jeweils donnerstags und freitags zwischen 11:00-16:00 Uhr zuschauen, wie unsere und externe Restaurator*innen arbeiten!

Über den Künstler
Michael Buthe (*1944, Sonthofen; †1994, Bad Godesberg)
Prägend für sein umfassendes Werk aus Malerei, Zeichnungen, Collagen, Büchern, sowie raumgreifenden Assemblagen und Installationen waren ab 1970 seine jährlichen Reisen nach Marokko und die damit verbundene Erfahrung des Orients und seiner Spiritualität. Auf dieser Basis entstand ein farbenfroher, opulenter Kosmos mit erotisch-narrativen Elementen und einer Nähe zur Bild-Demontage und trashigem Glamour. Buthe, viermaliger documenta-Teilnehmer, war ein Reisender zwischen den Welten, der mit seinen von Punkten, Kreisen, Sternen und islamischer Ornamentik geprägten Arbeiten dem Staunen und der Verzauberung Raum geben wollte. Sein Anspruch, das Leben in die Kunst und die Kunst ins Leben aufzulösen wird greifbar in seinem künstlerischen Credo: „Es gibt überhaupt keine Kunst, es gibt nur Leben“.

Über das Werk
Michael Buthes Collagen zeugen von großer Fantasie; eine der größten befindet sich seit Februar 2005 in der Sammlung des Kunstmuseum Bonn. Bei dem etwa 295 x 485 cm großen Werk „Ohne Titel“ mit ovaler Grundform handelt es sich um eine Mischtechnik auf dickerem Papierträger, kaschiert auf ein dünnes Baumwoll-/ Nesselgewebe. Für seine Motivkombination
aus Silbersternen und Goldspiralen verwendete Buthe unterschiedliche Materialien, wie Goldfolien-Applikationen und verschiedene Farbmittel (vermutlich Dispersions- und Lackfarbe, Gold- und Silberbronze).

Über das Projekt
In den kommenden zwei Monaten wird das Werk von einem Team aus Restaurator*innen verschiedener Fachgebiete (Papierrestaurierung, Gemälderestaurierung) bearbeitet werden. Der Fokus liegt auf der Sicherung der Malschicht und der Konservierung des Papierbildträgers, um weiteren Materialverlust zu vermeiden. Neben der Malschichtfestigung und der Wiederbefestigung der Applikationen erfolgen am Papier kleine Ergänzungen, Rissschließungen sowie partielle Festigungen. Nach Fertigstellung der umfassenden Konservierungsmaßnahmen ist eine Präsentation des Kunstwerks in der Museumssammlung für das Jahr 2022 geplant.

Das Team setzt sich aus Restauratorinnen des Kunstmuseum Bonn und externen Restaurator*innen (Gruppe Köln und Atelier für Papierrestauierung Ferlmann) zusammen.

Warum wird das Werk konserviert?
Wahrscheinlich wurde das Werk aufgrund seines großen Formats über einen längeren Zeitraum zusammengefaltet eingelagert. Hierdurch sind im Papierträger zahlreiche Knicke und Falten entstanden. In der Folge sind besonders die dicken Farbschichten in diesen Bereichen häufig gebrochen, abgelöst oder sogar abgefallen. Zudem haben ein Drittel aller erhaltenen Goldfolien-Applikationen nicht mehr ihre ursprüngliche Form. Die Haftung zwischen den verschiedenen Materialien ist teilweise nicht ausreichend, was zu Lockerungen und Ausbrüchen geführt hat.

Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Header: Ohne Titel (Silbersterne und Goldspiralen (Ausschnitt)), o.J., Mischtechnik auf Papier und Nessel, erworben als Schenkungsergänzung aus der Sammlung Ingrid Oppenheim; rechts oben: Detail, Goldfolien-Applikation
Detail Vorzustand: lose Farbschicht
Detail Nachzustand: gefestigte Farbschicht
Detail: Papierbildträger