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Nanne Meyer

Gute Gründe

27.06. - 06.10.2019

Die 1953 in Hamburg geborene und heute in Berlin lebende Künstlerin Nanne Meyer widmet sich seit den 1970er-Jahren ausschließlich der Zeichnung. Diese Konzentration hat ein vielfältiges Werk hervorgebracht, das mit der Linie als Leitmedium die unterschiedlichen Aspekte, Formen und Materialien des Zeichnerischen erkundet und bis ins Malerische und Objekthafte erweitert. Neben Blei- und Farbstift, Kreide und Tinte verwendet Nanne Meyer unter anderem Dispersionsfarbe, Gouache und Lack, benutzt Fundstücke des alltäglichen Lebens, wie Landkarten, Lehrbücher, Schablonen, die sie bezeichnet und in eine eigene Bildrealität transformiert.

Zeichnen ist Denken und zugleich Arbeit an einem offenen Bildvokabular des Wirklichen und Möglichen. Nanne Meyer entwirft eine instabile Kartografie der Welt, die nichts festlegt und zu keinem Ende kommt, sondern ihre Präsenz und Produktivität gerade aus dem Schwanken, dem Verwandeln, dem Einfügen und wieder Verschwinden gewinnt. So entstehen Serien wie "Wandlungen", "Luftblicke", "Verwischtes", "Begraute", "Lineament mit Worten" und "Jahrbücher", die von Prozessen zwischen Linie und Ding, Bild und Sprache handeln.

Die in enger Kooperation mit der Künstlerin realisierte Ausstellung mit Werken der 1980er-Jahre bis zu Zeichnungen, die für die Ausstellung entstanden sind, gibt den bisher größten Überblick über ein Werk von erstaunlichem Reichtum, das voller Fantasie der Zeichnung neue Möglichkeiten erschließt.

Zur Ausstellung erscheint im Hatje Cantz Verlag eine umfangreiche Publikation, die das Werk von Nanne Meyer thematisch und chronologisch vorstellt, mit Texten von Volker Adolphs, Michael Glasmeier und Nicola von Velsen.

Kopfbild oben: Nanne Meyer, Wir, 2004, Gouache auf Buchseite mit Landkarte, 32,2 x 45,4 cm, © Nanne Meyer, Foto: Farbanalyse, Köln; oben rechts: Nanne Meyer, Stadtplan für Mädchen, 1997, Dispersionsfarbe, Farbstift und Gouache auf Schnittmusterbogen, 52,5 x 67 cm, Privatbesitz, Köln , © Nanne Meyer, Foto: Farbanalyse, Köln

Nanne Meyer, Überwurfmutter, 2003, Blei- und Farbstift, Collage auf Papier, 29,7 x 42 cm, © Nanne Meyer, Foto: Patrizia Bach

Nanne Meyer, Begraute, 1999-2004, Öl- und Wachskreide auf Ansichtskarte, 10,5 x 15 cm, © Nanne Meyer, Foto: Patrizia Bach