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AUSGEZEICHNET #4

Agnes Meyer-Brandis

07.11.2019 - 05.01.2020

Stipendiaten der Stiftung Kunstfonds

2003 gründete Agnes Meyer-Brandis das FORSCHUNGSFLOSS FFUR, eine sich ständig verändernde Meta-Installation in Form eines Institutes für Kunst und subjektive Wissenschaft. Unter seinem Namen baut sie fortwährend ihre Werkreihe “Tools To Search” aus. Für das Kunstmuseum Bonn entwickelte die Künstlerin eigens eine immersive Video- und Rauminstallation. Die Werkgruppe ist charakteristisch für das Schaffen von Meyer-Brandis, das sie selbst als „Wanderung an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, Natur und Kultur, Fakt und Fiktion“ beschreibt.

Für das ausgestellte Projekt arbeitete Meyer-Brandis eng mit dem Berliner Max-Planck-Institut zusammen und entwickelte die „Microfluid Oracle Chip & Autopoesis Answering Machine“ (MCO & AAM): ein sehr kleines kybernetisches Zeichensystem, das nur mit Hilfe eines Mikroskops beobachtet werden kann. Meyer-Brandis nutzt es als Orakel, das von winzigen Tröpfchen getrieben wird. Wie Blut durch Venen oder Saft durch eine Pflanze fließen diese Tröpfchen durch Linien von Text: Are these beautiful Data? Did I drink enough? Did I switch off the osmometer? Can we reproduce this? – Dies alles sind Fragen von an den Versuchsanordnungen beteiligten Wissenschaftler*innen, die Meyer-Brandis mikroskopisch klein handschriftlich aufgeschrieben hat. Das Orakel bleibt keine Antwort schuldig.

Agnes Meyer-Brandis (*1973 in Aachen) studierte Mineralogie an der RWTH Aachen, Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf und Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien Köln. Für ihre Arbeit erhielt sie zahlreiche Preise, unter anderem 2018 eines der Arbeitsstipendien der Stiftung Kunstfonds Bonn. 2019 war sie mit ihren Werken in Ausstellungen
u.a. im Centre Pompidou, Paris, im FOMU, Antwerpen, und im Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart, Berlin vertreten. Agnes Meyer-Brandis lebt und arbeitet in Berlin.

AUSGEZEICHNET ist ein gemeinsam mit der Stiftung Kunstfonds konzipiertes Ausstellungsformat. Fünf Jahre lang bespielen jeweils im Herbst ehemalige Stipendiat*innen des Kunstfonds einen Raum in der Sammlung im Kunstmuseum Bonn. Den Auftakt bildeten 2016 Mischa Leinkauf und Matthias Wermke, die per Foto und Video ihre Aktionskunst dokumentierten. 2017 reflektierte die Fotografn Viktoria Binschtok im zweiten Teil der Ausstellungsreihe das Medium Fotografe. Mit Frauke Dannert rückte 2018 das installative und collagierende Arbeiten in den Mittelpunkt. In der aktuellen Ausgabe betreibt Agnes Meyer-Brandis künstlerische Forschung im Grenzbereich zwischen Kunst und Naturwissenschaft.

Credits: MOC&AAM is a project by Agnes Meyer-Brandis in collaboration with Naresh Yandrapalli and the Tom Robinson Lab at the Max Planck Institute of Colloids and Interfaces [MPIKG]. The project was initiated in the scope of KLAS, an Artist-in-Residence program at the MPIKG & MPIMP labs of the Max Planck Institutes. With kind support of the Stiftung Kunstfonds. Many thanks to (in alphabetical order): Arren Bar-Even, Charles Cotton, Roland Knorr, Tom Robinson, Tina Seemann, Dirk van Swaay, Naresh Yandrapalli.

Eröffnung: Mitwoch, 6. November, 19 Uhr

Kopfbild und oben rechts: “Microfluidic Oracle Chip & Autopoesis Answering Machine”, videostills microscope camera © Agnes Meyer-Brandis, VG BildKunst, Bonn 2019

"Teacup Tools", 2014-heute, © Agnes Meyer-Brandis, VG Bild-Kunst, Bonn 2019

"One Tree ID - How To Become A Tree For Another Tree", 2019, © Agnes Meyer-Brandis, VG Bild-Kunst, Bonn 2019

"MOBILE MOON, Astronaut Training Method No. V" aus "Moon Goose Colony", 2011-heute, Videostill, © Agnes Meyer-Brandis, VG Bild-Kunst, Bonn 2019