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Ida Dehmel-Kunstpreis der GEDOK 2020

05. - 29.03.2020

Die GEDOK zu Gast im Kunstmuseum Bonn:  Der Bundesverband Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstfördernden, bekannt unter seinem historischen Akronym „GEDOK“, verleiht 2020 einen Sonderpreis für Bildende Kunst zum 150. Geburtstag seiner Gründerin Ida Dehmel. Der Preis zeichnet eine Künstlerin aus, deren herausragendes Werk sich auch aus Begegnungen mit anderen künstlerischen Disziplinen inspiriert und deren künstlerische Position eine kritische Auseinandersetzung mit Gegenwartsthemen reflektiert. Eine unabhängige Fachjury wählte die Installationskünstlerin Susanne Krell, geb. in Betzdorf/ Sieg, als Preisträgerin aus.

Die Ausstellung „zur zeit_und weiter“ zeigt Arbeiten von Susanne Krell zur Verortung von Geschichte im Kontext der Gegenwart. Die Künstlerin fertigt an historisch relevanten Bauwerken der Welt eigenhändig Frottagen der Steinoberflächen auf Papier oder Stoff. Durch die authentische Bestandsaufnahme von Spuren aus nächster Nähe gewinnen Erinnerungen an das Erbe vom Menschen geschaffener Kultur die kreative Dynamik von „Ideengebäuden“. Im Verlauf künstlerischer Intervention erfahren die abstrakten Strukturen der Abreibungen neue Ausdeutungen in nuanciertem Schwarz-Weiß oder durch farbliche Überlagerung. Die implizierten transformativen Prozesse verweisen auf die Bedeutung von Ursprung und Herkunft sowie auf Fragen der Gegenwart und Perspektiven der Neugestaltung. Dabei verschmelzen die Zeitebenen in interkulturellen und heimatbezogenen Kontexten. Die Ausstellung setzt mit einer raumfüllenden Installation von Frottagen unterschiedlichster Provenienz einen lapidar anmutenden Parcours in Szene, der Weltoffenheit auf Augenhöhe einfordert. Einzelne Situationen mit Bezug auf das Schicksal Ida Dehmels fokussieren auf die Gefahr politischer Entartungen wie Radikalisierung,
Ausgrenzung und Intoleranz.

Die Frauenrechtlerin und Kunstförderin Ida Dehmel gründete 1926 den GEDOK Verband als ersten überregionalen Dachverband von Künstlerinnen aller Sparten und Kunstfördernden. Verfolgung und drohende Verschleppung durch das Nazi-Regime trieben Ida Dehmel 1942 in den Freitod. Ihr Einsatz für eine gleichberechtigte Anerkennung künstlerischer Arbeit von Frauen und die sozialen Belange von Künstlerinnen setzt sich im gemeinnützigen GEDOK Verband fort. Dieses älteste und europaweit größte Netzwerk von Künstlerinnen der Bildenden und Angewandten Kunst, der Literatur, Musik und Darstellenden Kunst und ihren ehrenamtlichen Kunstfördernden engagiert sich für die Forderung nach Gleichstellung von Künstlerinnen und ihre Chancengleichheit im Kunstbetrieb.
 

Eröffnung und Preisverleihung: Mittwoch, 4.3.2020, 19 Uhr

Kopfbild oben: Susanne Krell, "N°131 Imam Moschee Isfahan IR" (Detail), Acryl und Kreiden auf Nessel Foto: Susanne Krell 2020 ; oben: Susanne Krell, "zurzeit", 2020, Installation (Ausschnitt); © Susanne Krell, VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: Manfred Bogner, 2020

Ida Dehmel, Dehmel-Archiv der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg