Ein zentraler Aspekt des gesamten Schaffens von Astrid Klein (*1951 in Köln) ist die Auseinandersetzung mit dem politischen Klima im Nachkriegsdeutschland und der westlichen Welt. Dabei widmet sie sich insbesondere den Ängsten und Sehnsüchten, die über die Medien global transportiert werden. Durch die Manipulation ihrer Bilder (Vergrößern, Verzerren, Rastern und Montieren) entwickelt sie ihre individuelle Bildsprache, die zeitweise fast abstrakt anmutet. Immer wieder arbeitet sie dabei auch mit Texten, die in das Bild eingearbeitet sind. Die schmale, extrem gestreckten Schwarz-Weiß-Fotografie Ohne Titel (1. Schrank) zeigt zwar nur zwei leicht geöffnete Schranktüren, doch die Leere und das ungewöhnliche Format der Fotografie lassen die Öffnung zu einem unheimlichen Vakuum werden, welches zur Projektionsfläche für unbestimmte Ängste wird. Die schwarze Mitte des Bildes ist so eine visuelle Leerstelle, die den Dialog zwischen Betrachter:innen und Kunstwerk eröffnet.