Die Ausstellung thematisiert die Freiräume des Denkens und Handelns auf der einen, sowie des Verständnisses und der Toleranz auf der anderen Seite. Das inhaltliche Spektrum umfasst gesellschaftliche und individuelle Möglichkeiten der Entfaltung und der persönlichen Freiheit – bis hin zu Kritik und Widerstand. Denn Freiräume müssen immer wieder neu erkämpft, verteidigt und gestaltet werden – politisch, kulturell und künstlerisch.
Das Kunstmuseum Bonn möchte die Bedeutung von gesellschaftlichen Freiräumen exemplarisch sichtbar machen. Dazu wurden acht internationale Künstler:innen eingeladen, in raumgreifenden, multimedialen und teils eigens für die Ausstellung entwickelten Beiträgen ganz unterschiedliche Freiräume, ihre Gefährdungen und ihre Widerständigkeit zu thematisieren. Sie begreifen Freiräume nicht nur als Orte der Zuflucht, sondern als Zonen von Aushandlung, Fürsorge, Widerstand und kollektiver Imagination. Die Ausstellung rückt vor allem internationale und interkulturelle Perspektiven ins Zentrum. Mit ihren künstlerischen Positionen eröffnet sie einen Raum für intergenerationellen Dialog sowie für die Interventionen zeitgenössischer Feminismen und kritisch-relationaler Praktiken. In diesem Spannungsfeld bauen die ausgewählten Werke und die thematischen Bezüge der Künstler:innen aufeinander auf und ergänzen sich inhaltlich.
Persönliche wie kollektive Bedeutungen von Widerstand, Solidarität und Freiheit werden entlang der künstlerischen Positionen entwickelt und durch unterschiedliche Medien für verschiedene Sinne erfahrbar gemacht. Die Arbeiten vermitteln zudem ein erweitertes Verständnis von Archiven – nicht nur als Orte der Bewahrung von Wissen, sondern auch als Räume, in denen durch politisch-künstlerische und feministische Praxis neues, zukunftsgerichtetes Wissen entsteht.
Teilnehmende Künstler:innen: Tania Bruguera, Anna Ehrenstein (Co-Kuratorin der Ausstellung), Patricia Kaersenhout, Sara Sadik, Cemile Sahin, Ebun Sodipo, Himali Singh Soin, Keiken.
Vorschaubild: Anna Ehrenstein, Ausstellungsansicht Fully Automated Orientalism, Villa Stuck, München 2025, courtesy Anna Ehrenstein, KOW und Office Impart, © Anna Ehrenstein