Mit Prof. Dr. Stephan Berg (Intendant)
Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Im Rahmen der Reihe Sammlung in Bewegung hat Anton Henning (*1964 in Berlin) für das Kunstmuseum Bonn einen monografischen Raum eingerichtet, der gleichermaßen Werke zeigt wie selbst zum Kunstwerk wird. Vertreten sind Sammlungswerke sowie neuere Schenkungen des Künstlers, die nun erstmals im Museum gezeigt werden.
Anton Henning (*1964) ist als Maler für seine profund-spielerische Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte, vor allem für seine vielen überraschenden Revisionen der Klassischen Moderne bekannt. Er misstraut dem klassischen White Cube und stellt dem neutralen Ausstellungsraum inszenierte Räume mit geometrischen Wandmalereien, Möbeln, Lampen und sogar Teppichen, alle aus der Hand des Künstlers, entgegen. Diese atmosphärisch verführerischen Environments – oder „Interieurs“ – schaffen ungewohnte Bezüge und Bildordnungen, fordern heraus und irritieren bisweilen mittels ihrer subtilen Schrägheit Sie lotsen den Betrachter in ein immersiv überwältigendes Kunsterlebnis. Nichts ist zufällig, alles ist durchdacht, Henning legt es darauf an, Luxus und Abgrund, Schönheit und Schaurigkeit, die eigene Urteilskraft, Verführung und Psychologie subversiv und gekonnt mit einander zu verbinden. Grenzen zwischen Bildender Kunst und Design, High und Low, Vergangenheit und Gegenwart scheinen sich aufzuheben – in Hennings Kunst verschmilzt alles mit allem zum begehbaren, alles umschließenden Gesamtkunstwerk.