Fahnenbild 6, 2010

Seit den frühen 1980er Jahren beschäftigt sich Pia Fries (*1955 in Beromünster/Schweiz) mit Farbe als körperlicher Substanz: Bei ihr ist Farbe jenseits ihrer visuellen Wirkung vor allem ein haptisches Ereignis. In einem Prozess nahezu skulpturaler Bildschöpfung wird die Farbe statt mit dem Pinsel vor allem mit Spachteln, Palettmessern, Rechen und Kämmen plastisch auf den weiß grundierten Holzgrund aufgetragen. Dieser fungiert dabei sowohl als Widerlager wie auch als Spielfläche für die Setzungen der einzelnen Farbkörper.

Fahnenbild 6 ist Teil einer Werkreihe von insgesamt 11 Arbeiten, die sich auf den Kupferstich Der Fahnenschwinger (1587) von Hendrick Goltzius (1558-1617) bezieht. An dem Motiv interessierten die Künstlerin Schwung und Faltenwurf der Fahne, die sich als fragmentierter Schwarz-Weiß-Siebdruck auch an verschiedenen Stellen des Bildes wiederfindet. Die zweiteilige Arbeit beeindruckt einerseits durch die Kombination aus fast giftig bunten Farbkörpern und flachem Schwarz-Weiß-Siebdruck, in der das Verhältnis von Original zu Reproduktion neu bestimmt wird. Zum anderen gelingt es der Künstlerin, den Schwung der barocken Fahnenvorlage in eine eminente Bewegungsenergie zu übersetzen, die das gesamte Bildgeschehen dynamisiert.

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