Franz Wilhelm Seiwert, Diskussion (Ausschnitt), 1926, Kunstmuseum Bonn, Foto: Reni Hansen

MENSCHEN UND GESCHICHTEN

„Wir sa­ßen in sei­nem Gar­ten un­ter der Lau­be am Rhein und blin­zel­ten in den strah­len­den Som­mer. Ma­cke, Max Ernst, der zar­te, buck­li­ge See­haus, der schlan­ke, un­end­lich be­gab­te Franz Hen­se­ler, der aus Mün­chen hier­her ver­schla­gen wur­de. Manch­mal tauch­te Hein­rich Nau­en auf, und Franz Marc be­stieg sein blau­es Ross, um den Af­fen­fries im Ate­lier aus­zu­ma­len. Zwi­schen­durch geis­ter­te der schlauch­ar­tig sich win­den­de Ha­ru En­gert um­her, saß mit un­ter­ge­schla­ge­nen Bei­nen und schnitt Sil­hou­et­ten. Aus un­se­ren eu­ro­päi­schen Ge­sprä­chen – wir be­trach­te­ten Köln und Bonn als Vor­or­te von Pa­ris, Wien und Rom – form­te sich in Ma­cke die Idee ei­ner re­prä­sen­ta­ti­ven Aus­stel­lung Rhei­ni­scher Ex­pres­sio­nis­ten, die oh­ne je­de Vor­be­rei­tung oder frem­de Hil­fe in den Tag sprang.“ – Karl Otten über den Sommer 1913

Kunst ist immer eng mit den Lebenswegen von Künstlerinnen und Künstlern, ihren Familien sowie Kunstsammlerinnen und -sammlern verknüpft. Die neue Sammlungspräsentation im Bereich der Klassischen Moderne im Erdgeschoss des Kunstmuseums spürt diesen Wegen und Geschichten nach. Während die Darstellung ausgewählter Werkprovenienzen historische Entwicklungen und ihre konkreten Auswirkungen auf einzelne Menschen und ihre Lebenswege nachvollziehbar macht, entwerfen exemplarische Biografien ein lebendiges und facettenreiches Bild der Entstehungszeit der gezeigten Kunstwerke.

Neben beliebten Sammlungshighlights der bekannten Rheinischen Expressionisten zeigt die Neupräsentation selten ausgestellte Werke von weniger bekannten Künstler:innen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Künstlerinnen, die bislang selten im Museum zu sehen waren und oft nur mit wenigen Werken in der Sammlung vertreten sind. Dazu zählen Käthe Kollwitz, Marta Worringer, Lotte B. Prechner, Emy Roeder, Bertha Oppenheimer und andere.

Die Ausstellung fragt zudem nach der heutigen Bewertung von Künstler:innenbiografien, die von Brüchen, Ambivalenzen oder politischen Verstrickungen geprägt sind. Am Beispiel von Werner Peiner und anderen wird sichtbar, wie die Auseinandersetzung mit problematischen Lebenswegen und Haltungen unsere Sicht auf die Werke verändert und die Frage nach musealer Verantwortung in den Vordergrund rückt.

Vertretene Künstler:innen:
Ernst Moritz Engert, Max Ernst, Franz Seraph Henseler, Franz M. Jansen, Alexej von Jawlensky, Käthe Kollwitz, Fifi Kreutzer, August Macke, Helmuth Macke, Carlo Mense, Heinrich Nauen, Marie Nauen-Malachowski, Gabriele Münter, Emil Nolde, Meret Oppenheim, Olga Oppenheimer, Werner Peiner, Lotte B. Prechner, Emy Roeder, Paul Adolf Seehaus, Hans Thuar, Marta Worringer.

Einblicke in die Ausstellung

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