Joseph Beuys, Capri-Batterie, 1985, Kunstmuseum Bonn, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Reni Hansen

Passierschein in die Zukunft

Joseph Beuys (1921 -1986), dessen 100. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird, hat ein medial wie thematisch reiches Gesamtwerk hinterlassen. Zu ihm gehören neben den Zeichnungen, den Plastiken und Aktionen auch seine Editionen (Multiples), die einen Sammlungsschwerpunkt des Kunstmuseums Bonn bilden und im Rahmen seines Schaffens eine wichtige Rolle spielen.

Im Mikrokosmos der Multiples spiegeln sich nicht nur alle inhaltlichen Schwerpunkte des Beuys’schen Schaffens, sie fügen dem Werk auch eine besondere, gesellschaftliche Qualität hinzu: Die Auflagenobjekte wurden in hoher Stückzahl hergestellt, preiswert abgegeben und richten ihre Botschaften an jedermann. Sie verlassen das Ghetto der Museumskunst, um im gesellschaftlichen Raum wirksam zu werden. Hier will Beuys seine Ideen verankern.  Entsprechend lautet die klare Forderung von Beuys, sich auf den Weg in eine sozialere, gerechtere und nach ökologischen Prinzipien gestaltete Zukunft zu machen. Bis heute ist sein Einfluss in künstlerischen und gesellschaftspolitischen Diskursen spürbar.

In der Bonner Ausstellung treten die zeitgenössischen Künstler:innen Katinka Bock, Christian Jankowski und Jon Rafman mit ihren Werken in einen differenzierten Austausch der Ideen. Sie interagieren mit den drei, im Beuys’schen Werk hervortretenden inhaltlichen Schwerpunkten der Ausstellung: Bild – Welt / Natur – Prozess / Sprache – Aktion.
Obwohl es sich um absolut eigenständige Künstler:innenpersönlichkeiten handelt, lassen sich Berührungspunkte zu Ideen und Fragestellungen aufweisen, die auch Beuys bewegt haben. So entsteht ein komplexer, generationenübergreifender Dialog, in dem Impulse aufgegriffen und neu formuliert werden. Auch das mag die virale Kraft der Multiples, die Aktualität des Beuys’schen Denkens unter Beweis stellen: Beuys ist ein Künstler des 21. Jahrhunderts, ein Künstler der Zukunft.

Hier können Sie einen Blick in den Ausstellungsflyer werfen. Diesen erhalten Sie kostenfrei am Infotresen im Museumsfoyer oder an der Museumskasse.

Begleitprogramm

Alle Begleittermine zur Ausstellung finden Sie in unserem Kalender.

Beuys-Plattform

In Kooperation mit der Bundeskunsthalle, der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft und A Fair Land Pforzheim wurde während der Sommermonate auf dem Platz vor den Institutionen ein Ort der Diskussion und des Zusammentreffens geschaffen, die Beuys-Plattform „Ursache = Zukunft“.

In diesem Zusammenhang hat der Künstler Tomas Kleiner das Projekt „Zielloses Bleiben“ realisiert, bei dem er einen Praxistest eines Bedingungslosen Grundeinkommens erprobt, ein im Beuys’schen Denken angelegtes Instrument gesellschaftlicher Veränderung, und sich mit Menschen aller Generationen über diese gelebte und lebbare Utopie unterhalten hat.

Tomas Kleiner - Zielloses Bleiben

Joseph Beuys war nicht nur ein herausragender Künstler, sondern auch ein gesellschaftlicher Utopist, der das Zusammenleben der Menschen verändern wollte. Ein wichtiges Instrument der sozialen Erneuerung war in seinen Augen das ‚bedingungslose Grundeinkommen‘, das dem Menschen ein kreatives, gesellschaftliches Handeln erst ermöglicht. Was ist aus diesem Traum geworden?

Der Düsseldorfer Konzeptkünstler Tomas Kleiner macht vor dem Hintergrund der Ausstellung Passierschein in die Zukunft. Joseph Beuys, Katinka Bock, Christian Jankowski, Jon Rafman die Probe aufs Exempel. Ab dem 10. Juli wird er für die Dauer von drei Monaten ein vom Museum finanziertes bedingungsloses Grundeinkommen erhalten und dieses in einer Art Praxistest erproben. Mit seinem umgebauten VW-Bus wird er in unregelmäßigen Abständen auf dem Museumsplatz Station machen, seine eigenen Erfahrungen mit dieser gesellschaftlichen Utopie sammeln und die Hoffnungen und Wünsche, die sich an dieses Modell binden bei den Besucher:innen des Platzes erfragen. Ein von ihm auf dem Platz installiertes Bett lädt nicht nur zum Verweilen, sondern auch zum Träumen ein: Wie könnte ein Leben ohne den Zwang einer Erwerbstätigkeit aussehen?

Die Besucher:innen sind eingeladen, Tomas Kleiner auf dem Museumsplatz zu besuchen, mit ihm zu sprechen und seinen Blog zum Austausch zu nutzen: ziellosesbleiben.tomaskleiner.com

Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Foto: Tomas Kleiner
Heute

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